Barbara Krohn: Rosas Rückkehr

Blogkategorie Buchbesprechungen | Foto: Michaela (kranich17)/pixabay

Ein schon älteres Buch hat es mir diesmal angetan – es spielt kurz nach der Wende und ist bereits 2007 erschienen

Das Buch, mit warmen Empfehlungen der deutschen Krimi-Grande-Dame Ingrid Noll ins Rennen geschickt, nimmt seinen Ausgang mit der Rückkehr der Protagonistin nach Scharbeutz. Anderthalb Jahrzehnte San Francisco, acht Jahre Beziehung – aus und vorbei. Das Gefühlschaos einer Sitzengelassenen wird abgelöst durch das Gefühlschaos, das sich beim Wiedereintauchen in das seinerzeit verhasste Familienkorsett ergibt. Denn den Vater trifft Rosa nur noch tot an, was ihre vier Geschwister ins Haus schneien lässt. Dabei lernt sie nicht nur so manches Familienmitglied von anderer als gewohnter Seite kennen. Zwanzig Jahre gehen eben an manchen spurlos vorbei, an anderen nicht.

Die Autorin mischt die Vergangenheit ihrer Protagonistin mit wunderbaren Ortsbeschreibungen – nicht zu viel, nicht zu wenig und Sehnsucht wie Erinnerungen nehmen mich als Leserin mit. Nun, freilich gibt es nicht gerade wenige, die ein Motiv hätten. Genauer: Jeder in der Familie hätte es sein können. Und Kommissar Finn, ärgerlicherweise auch noch ein alter Schwarm aus Rosas frühen Jugendtagen einschließlich peinlicher Erinnerungen, bohrt gewissenhaft nach. Rosa lernt im Laufe der Mordaufklärung eine Menge über den Rest der Familie – und über sich.

Ein mal amüsanter, mal nachdenklich stimmender und mal an die eigene Verwandtschaft erinnernder Blick auf Leben und Abgründe einer Familie auf dem Lande. Klare Leseempfehlung!


Barbara Krohn:
Rosas Rückkehr

278 Seiten

ISBN-10: 3746619416
ISBN-13: 978-3746619415

Erstausgabe: Dezember 2007
Virulent

Klappentext:

Juni 1991. Rosa Liebmann, jüngste von fünf Geschwistern, steckt in der ersten großen Krise ihres Lebens. Ihr Freund hat sie verlassen, nun kehrt sie, nach fast zwanzig Jahren in San Francisco, zurück nach Deutschland, ins Ostseebad Scharbeutz.
Als sie in Hamburg den Zug nehmen will, entdeckt sie auf dem Bahnsteig ihre fast siebzigjährige Mutter – in den Armen eines fremden Mannes. Am nächsten Morgen, beim ersten Strandspaziergang, spürt Rosa, wie sehr sie sich nach ihrer Heimat gesehnt hat.
Doch die Idylle trügt. In einem Strandkorb findet Rosa ihren Vater, den wohlhabenden Ladenbesitzer, Patriarchen und Herzensbrecher Friedrich Liebmann – aus nächster Nähe erschossen. Abgründe tun sich auf, als jedes Mitglied der Familie in Verdacht gerät und die Vergangenheit wieder einmal nicht vergangen ist. Zumal Rosas Jugendfreund Hanno Finn die Ermittlungen leitet …

Haben Sie »Rosas Rückkehr« gelesen? Wie fanden Sie es? Lassen Sie es mich wissen und schreiben Sie es mir in die Kommentare!

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen